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Was die Stimme über dich verrät

Unsere Stimme ist persönlich. Keine ähnelt der anderen. Viele unserer Entscheidungen, ob wir jemanden vertrauen oder nicht, basieren auf Mögen | Nichtmögen des Stimmklanges und wie derjenige seine Stimme nutzt. Die Macht der Stimme ist damit ungebrochen und doch immer noch absolut unterschätzt. Schauen wir uns das genauer an.

Lateinisch frequentia "Häufigkeit".

Maß dafür, wie schnell bei einem periodischen Vorgang

die Wiederholungen aufeinander folgen. 

Stimmlagen und ihre Psychologie

Tiefe Stimmen nehmen wir eher als souverän, geerdet, warm, mit einem Hauch dazu sogar als sexy wahr. Die physikalische Schwingung genannt "Frequenz" sieht aus wie wenn man mit dem Fahrrad auf einer Linie hoch auf den Berg runter ins Tal fährt. Tiefe Stimmen klingen und übertragen sich auf andere sehr körperlich. Grund ist, dass die Schwingung einen Hohlkörper braucht, um auch richtig gut zu klingen. In den tiefen Tönen ist dies der Brustkorb, ein relativ großer Resonanzraum.

Tiefe Stimmen können auch unangenehm bis einschüchternd wirken, wenn mit voller Kraft und viel Luft die Stimmbänder in Bewegung gebracht werden, sodass es in den Ohren scheppert. Die meisten von uns kennen das in Form einer harten Zurechtweisung oder Streit. Instinktiv weichen wir dann zurück. Denn hier nimmt das System und das seit Urzeiten schon Bedrohung bis Machtanspruch wahr. 

Während die mittlere Lage, die der Kinder vor dem Stimmbruch eher als fröhlich, leicht bis motivierend und bewegt wahrgenommen wird. Die meisten Pop Songs spielen sich mitunter in dieser Lage ab und geben uns den Vibe in Love Songs wie Your Song von Elton, oder Show must go on von Freddy Mercury oder "Chandelier" von SIA.

Da die mittlere Lage bei Erwachsenen eine große Nähe zum Kindlichen hat, treffen wir in diesem Stimmbereich auch immer auf Rollenklischees. Eine Frau, die eine voluminöse, tiefe Stimme hat, kann in unseren Breitengraden auf manche Menschen leider immer noch irritierend wirken. Frauen und tiefe Stimmen. Das passt einfach nicht ins Bild. Wie auch Männer mit hohen Stimmen. Die Angleichung passiert zwar immer mehr. Aber nur Hand in Hand mit Auflösung von Rollenklischees und Vorurteilen bei Mann, Frau, Trans- oder Intersexuellen.

Und dann gibt es noch die ganz hohen Lagen mit einer schnellen Schwingung. Also nicht mit dem Fahrrad auf einer Line hoch den Berg und runter ins Tal wie bei den tiefen Tönen, sondern viele Berge, viele Täler mit einem hohen Tempo hoch und runter. So schnell und physikalisch kraftvoll, dass sogar ein Glas springen kann. Hohe Töne machen uns wach, können bestenfalls klärend und lösend sein. Nicht ohne Grund lieben viele von uns schöne Arien der Oper. Einmal wegen dem ästhetisch abgerundeten, handwerklich sauberen Ton. Andererseits erreichen die hellen Töne die Zuschauer direkt körperlich. Alles ist Klang ist damit keine Behauptung, sondern eine Realität, die uns emotional und körperlich beeinflusst.

Der Ton macht die Musik

Die meisten Töne besitzen außerdem die Eigenschaft, dass nicht nur eine Stimmlage präsent ist, sondern ein Gemisch von tiefen wie auch hohen Tönen vorkommen, die je nach emotionaler Einstellung mitklingen. Einfach gesagt, spricht jemand eigentlich meist in der mittleren Lage fröhlich und aufgeweckt, kommt dann in eine Situation, wo es heißt seinen Standpunkt klar zu machen, ist der helle, mittlere Klang zwar immer noch wahrnehmbar, doch die tiefen Töne kommen mehr zum Vorschein. Damit dies passieren kann, braucht es  eine gewisse Lockerheit und Transparenz der Stimme im Bezug zu den eigenen Emotionen. Und da gibt es meist einen Knackpunkt. Denn sich erlauben, emotional zu sein, ist meist garnicht so en vogue. So sprechen wir zwar inhaltlich über unsere Gefühle. Doch fehlt hier manchmal die emotionale und stimmliche Nuance, die verdeutlicht wie wichtig oder unwichtig uns etwas ist. 

Andersrum, sagen wir manchmal etwas und sind so emotional durchlässig, dass unser Gegenüber glaubt uns schnell durchschaut zu haben, können unsere Emotionen also nicht so gut verstecken, dann entsteht hier oft das Gefühl nicht souverän zu sein oder nicht genug ernst genommen zu werden. Nun, im Theater würdest du für deine Emotionalität einen Blumenstrauß bekommen. Aber da wollen wir auch in 90 Minuten intensives Leben und Gefühle erleben. Die Lösung. Emotionalität ist erst einmal großartig und macht dich authentisch. Das zu akzeptieren wäre der erste Schritt. Zweitens. Deine Stimme kannst du trainieren, um deine Stimmfarben auch effektiv nach deinen Wünschen einzusetzen. Und Drittens - dazu kommen wir jetzt:

Wichtig neben all dem gerade Beschriebenen ist WIE DU ETWAS SAGST. Welche Haltung hast du zu deinen Gedanken. Denn deine innere Haltung, die sich in deiner Stimme ausdrückt, erzählt von dir, gibt Präsenz oder eben auch nicht, erzeugt Stimmung und gibt dir Auskunft darüber, ob dich dein Gegenüber versteht, mag oder eben nicht. Um so spannender war am Sonntag, den 26. September der Wahlabend. In der Art des Sprechens und des Stimmklanges der jeweiligen Politikerin, des jeweiligen Politikers wird entschieden, welche Wählerschaft er oder sie anzieht, wen abstößt, wem das Regieren zugetraut werden kann, wem nicht, wer antiquiert in seiner Sprechart ist, wer emotional, wer rational.

 

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Welche Macht der Stimme besitzen der Kanzlerkandidat der SPD Olaf Scholz,

die grünen Vorsitzende Annalena Baerbock und der FDP Vorsitzende Christian Lindner?

Der Stimmcheck im Vergleich am 15. Oktober.

 

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